Die Erfindung des Floatglases
Die Erfindung des Floatglases
Es wird oft erzählt, dass Sir Alastair die Idee für Floatglas hatte, während er nach dem Abendessen beim Abwasch half. Angeblich sah er, wie das Öl auf der Oberfläche schwamm, und dachte: „Was wäre, wenn man Glas auf einer Flüssigkeit schwimmen ließe?“ Diese romantische Vorstellung von einer plötzlich aufleuchtenden Glühbirne ist jedoch ein Mythos, und Alastair widersprach dieser Darstellung vehement. Es ist jedoch eine Tatsache, dass Alastair über diese Idee nachdachte, während er eine monotone Aufgabe erledigte und seine Gedanken abschweiften.
Er begann im Dezember 1952 mit den Experimenten und obwohl das Ergebnis noch unausgereift war, gelang es ihm bereits sehr früh in der Versuchsphase, ein flaches Stück Glas herzustellen. Damit dieses Verfahren jedoch sein volles Potenzial entfalten und ein Erfolg werden konnte, musste es rund um die Uhr einen konstant hochwertigen Glasfluss gewährleisten. Die Herstellung von Glas, das den Industriestandards bei weitem übertraf, rund um die Uhr, würde Pilkington einen enormen Vorteil gegenüber jeglicher Konkurrenz zu dieser Zeit verschaffen. Alle Glasstücke, die zwischen 1952 und 1959 mit diesem Verfahren hergestellt wurden, waren nicht perfekt, was die Weiterentwicklung dieses Verfahrens so langwierig und mühsam machte.
Die Erfindung des Floatglases
Im Jahr 1955 beschloss Pilkington offiziell, Maschinen für das Floatverfahren zu bauen, und nach sieben Jahren Arbeit und Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 28 Millionen Pfund (umgerechnet etwa 150 Millionen Pfund*) gelang es im Juli 1958, eine Glasscheibe herzustellen, die vollständig im Floatverfahren gefertigt wurde.
1959 stellte Pilkington dieses bahnbrechende Verfahren der Glasindustrie vor und vergab Lizenzen für dessen Nutzung. Diese Entscheidung war sehr umstritten und wurde von vielen als kontrovers angesehen, da Pilkington damit eine führende Marktposition abgab und es versäumte, eine Monopolsituation auszunutzen.
Heute gibt es weltweit rund 500 Floatglas-Produktionslinien, und das Floatverfahren gilt als weltweiter Standard für die Herstellung von hochwertigem Glas.
*Berechnet mit dem Online-Inflationsrechner der Bank of England
Die Informationen stammen aus „The Glassmakers“ von T. C. Barker und „Float: Pilkingtons' Glass Revolution“ von D. J. Bricknell sowie aus internen Quellen.