Verbund-Seitenscheiben

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Verbund-Seitenscheiben

In den vergangenen 25 Jahren bestand die Standardverglasung von Fahrzeugen in der Regel aus Verbundsicherheitsglas (VSG) für die Windschutzscheibe und Einscheibensicherheitsglas (ESG) für die Seiten- und Heckscheiben. Mit der Einführung neuer Fahrzeugmodelle wird jedoch erwartet, dass Verbundsicherheitsglas künftig zunehmend auch für die Seitenscheiben eingesetzt wird und dort Einscheibensicherheitsglas ersetzt. Dieser Trend begann in Europa und hat sich inzwischen weltweit etabliert. Auch Fahrzeughersteller in den USA und Japan bringen bereits Modelle mit Verbund-Seitenscheiben auf den Markt. Der verstärkte Einsatz von Verbundsicherheitsglas für Seiten- und Heckscheiben eröffnet neue Möglichkeiten für die Entwicklung moderner Fahrzeuge und gilt als ebenso bedeutender Technologiesprung wie die Einführung von Verbundsicherheitsglas für Windschutzscheiben in den 1970er-Jahren.

Umfangreiche Marktforschungsstudien zeigen, dass Verbraucher großes Interesse an Verbund-Seitenscheiben haben und bereit sind, für diese Technologie einen Aufpreis zu bezahlen.

Aus Sicht der Fahrzeugnutzer bieten sie insbesondere Vorteile in den folgenden Bereichen:

  • Sicherheit
    • Erhöhter Schutz vor Diebstahl aus dem Fahrzeug.
    • Verbesserter Personenschutz.
  • Komfort
    • Verbesserter Sonnenschutz.
    • Reduzierung von Außengeräuschen.
    • Bis zu 95 % weniger UV-Strahlung, die über die Seitenscheiben in den Fahrzeuginnenraum gelangt.

Verbund-Seitenscheiben

Verbund-Seitenscheiben sind ähnlich aufgebaut wie Verbund-Windschutzscheiben. Sie bestehen aus einer PVB-Folie, die zwischen zwei Glasscheiben laminiert wird. Um die Anforderungen der Türschlagprüfung zu erfüllen, müssen beide Glasscheiben teilvorgespannt sein und sowohl an den Kanten als auch auf der Oberfläche eine Druckspannung von mindestens 35 MPa aufweisen. Derzeit kommen überwiegend Glasaufbauten von 2,1 / 0,76 / 2,1 mm oder größer zum Einsatz. Pilkington hat jedoch die Serienfertigung einer leichteren Konstruktion mit 1,6 / 0,76 / 1,8 mm vorbereitet. Der Trend zu leichteren Verglasungen führt dazu, dass eine Gesamtglasdicke von 4 mm zunehmend angestrebt wird. Bei dieser geringen Dicke wird es allerdings deutlich anspruchsvoller, die erforderlichen Festigkeitseigenschaften und die optische Qualität gleichzeitig sicherzustellen. Die Forscherinnen und Forscher der NSG Group arbeiten bereits an der Entwicklung dieser zukünftigen Verglasungslösungen.

Das britische New Car Security Rating Scheme (NCSR) bewertet alle neu auf dem britischen Markt eingeführten Fahrzeuge mit bis zu fünf Sternen hinsichtlich ihres Diebstahlschutzes. Dabei wird zwischen dem Schutz vor Fahrzeugdiebstahl und dem Schutz vor Einbruch in das Fahrzeug unterschieden. Die höchste Bewertung von fünf Sternen in der Kategorie Schutz vor Einbruch in das Fahrzeug erhalten ausschließlich Fahrzeuge, die serienmäßig mit Verbund-Seitenscheiben ausgestattet sind.

Neben den bereits genannten Vorteilen eröffnet Verbundsicherheitsglas zusätzliche Möglichkeiten für funktionale Verglasungen. So können beispielsweise Beschichtungen, integrierte Heizdrähte zur Entfrostung oder spezielle PVB-Folien mit Tönungsstreifen oder Farbgebung integriert werden.

Die gegenüber Einscheibensicherheitsglas höheren Kosten von Verbund-Seitenscheiben werden durch diese zusätzlichen Funktionen kompensiert. Gleichzeitig ermöglichen sie den Fahrzeugherstellern eine stärkere Individualisierung ihrer Modelle und erhöhen deren Attraktivität für die Käufer.

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