Wärmedämmglas
Wärmedämmglas
Ende der 1980er-Jahre gelang Pilkington der bedeutendste Fortschritt in der Floatglastechnologie seit ihrer Erfindung rund drei Jahrzehnte zuvor: die erfolgreiche Entwicklung einer kontinuierlichen Online-Beschichtung zur Herstellung von Low-E-Gläsern bei Produktionsgeschwindigkeiten von bis zu 1 km pro Stunde.
Heute verfügt die NSG Group über ein umfassendes Portfolio an Low-E-Gläsern. Dazu gehören das im Offline-Sputterverfahren beschichtete, silberbasierte Pilkington Optitherm™ sowie die im Online-Verfahren hergestellten Produkte Pilkington K Glass™ und Pilkington Energy Advantage™.
Die Online-Produkte basieren auf einer halbleitenden Fluor-dotierten Zinnoxidbeschichtung. Diese lediglich 0,3 bis 0,4 Mikrometer dicke Beschichtung besitzt die besondere Eigenschaft, nahezu das gesamte sichtbare Licht durchzulassen und gleichzeitig Wärmestrahlung (Infrarotstrahlung) bei Raumtemperatur wirksam zu reflektieren. Die Beschichtung wird innerhalb weniger Sekunden mittels chemischer Gasphasenabscheidung (Chemical Vapour Deposition, CVD) auf das heiße Glas aufgebracht, während dieses den Herstellungsprozess durchläuft. Da die Beschichtung bei hoher Temperatur abgeschieden wird, ist sie besonders hart, dauerhaft mit der Glasoberfläche verbunden und widerstandsfähig gegenüber den Belastungen beim Zuschneiden und bei der Weiterverarbeitung.
Wärmedämmglas
Eine Low-E-Beschichtung wird üblicherweise auf der zum Scheibenzwischenraum gerichteten Oberfläche der inneren Glasscheibe eines Isolierglases aufgebracht. Ihre Aufgabe besteht darin, den Wärmeverlust durch Wärmestrahlung in den Scheibenzwischenraum und anschließend nach außen deutlich zu reduzieren. Während Floatglas Infrarotstrahlung stark absorbiert und sich dadurch erwärmt, gibt eine Low-E-Beschichtung diese Wärme nur in sehr geringem Maße als Wärmestrahlung an den Scheibenzwischenraum ab. Dadurch verbessert sich die Wärmedämmung des Isolierglases erheblich.
Fluor-dotierte Zinnoxidbeschichtungen sind in der Glasindustrie seit Langem etabliert. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit von Pilkington konzentriert sich heute darauf, ihre optischen Eigenschaften weiter zu optimieren. Im Mittelpunkt stehen dabei ein vertieftes Verständnis der chemischen Gasphasenabscheidung (CVD) unter Atmosphärendruck und hoher Prozessgeschwindigkeit sowie der Wechselwirkungen zwischen n-dotierenden Elementen wie Fluor und der Kristallstruktur des Zinnoxids.