Schalldämmung FAQs

Nachfolgend finden Sie die am häufigsten gestellten Fragen zu Lärmschutzglas.

Rw ist das bewertete Schalldämm-Maß in Dezibel (dB), gewichtet mit der Hörempfindlichkeit des menschlichen Ohrs. Es beschreibt die Schalldämmleistung einer Verglasung über einen definierten Frequenzbereich.

C und Ctr sind die Spektrum-Anpassungswerte, die dem Wert Rw hinzugefügt werden, um die Merkmale des jeweiligen akustischen Spektrums zu berücksichtigen.

Typische Geräuschquellen für die jeweiligen Spektrum-Anpassungswerte sind nachfolgend aufgeführt.

Relevanter Spektrum-Anpassungswert C

  • Art der Geräuschquelle:
  • Aktivitäten des täglichen Lebens (Gespräche, Musik, Radio, TV)
  • Spielende Kinder
  • Schienenverkehr mit mittlerer und hoher Geschwindigkeit
  • Düsenflugzeuge in kurzer Entfernung
  • Straßenverkehr mit hoher Geschwindigkeit
  • Fabriken, die Lärm vorwiegend auf mittleren und hohen Frequenzen erzeugen

Relevanter Spektrum-Anpassungswert Ctr

Art der Geräuschquelle:

  • Straßenverkehr in der Stadt
  • Schienenverkehr mit geringer Geschwindigkeit
  • Propellerflugzeuge
  • Düsenflugzeuge in größerer Entfernung
  • Musik mit ausgeprägten Tieftonanteilen
  • Fabriken, die Lärm vorwiegend auf niedrigen und mittleren Frequenzen erzeugen
Rtra ist ein bewerteter Schalldämmwert, der die Schalldämmleistung einer Verglasung über einen Frequenzbereich mit erhöhtem Anteil tieffrequenter Geräusche beschreibt. Dieser Kennwert eignet sich besonders zur Beurteilung von Lärmquellen wie Straßenverkehr.
LAeq bezeichnet den energieäquivalenten Dauerschallpegel einer Geräuschquelle über einen definierten Zeitraum. Dieser Kennwert wird von Akustikern und Schallschutzplanern verwendet, um den Außenlärmpegel zu bestimmen und die erforderlichen Schalldämmmaßnahmen für Gebäude auszulegen.

Die Schalldämmleistung von Verglasungen kann auf unterschiedliche Weise dargestellt werden. Üblich ist die Angabe der Schalldämmung in Terz- oder Oktavbändern, also der Schalldämmung bei den jeweiligen Frequenzen.

Darüber hinaus werden zusammenfassende Kennwerte verwendet, beispielsweise das bewertete Schalldämm-Maß Rw sowie die zugehörigen Spektrum-Anpassungswerte C und Ctr zur Berücksichtigung unterschiedlicher Geräuschquellen, etwa des Straßenverkehrs.

Zur Ermittlung der Schalldämmleistung wird eine Verglasung in ein akustisches Prüflabor eingebaut und mit Schall unterschiedlicher Frequenzen beaufschlagt. Hochempfindliche Mikrofone erfassen dabei die Schallpegel auf der Schallquelle zugewandten und der schallabgewandten Seite.

Durch den Vergleich der gemessenen Werte wird die Schalldämmung der Verglasung für jede Frequenz bestimmt. Die Prüfeinrichtung wird dabei so kalibriert, dass ausschließlich die Schalldämmleistung der Verglasung erfasst wird.

Die Messergebnisse werden sowohl frequenzabhängig als auch in Form zusammenfassender Kennwerte wie Rw oder Rtra dargestellt. Die angegebenen Werte beschreiben die Schalldämmung beziehungsweise die Schallminderung der Verglasung.

Fluglärm ist nicht gleich Fluglärm. Propellerflugzeuge, Verkehrsflugzeuge und Militärjets erzeugen unterschiedliche Geräuschspektren. Für Verkehrsflugzeuge können näherungsweise Vergleichswerte herangezogen werden, um die Lärmbelastung mit anderen Geräuschquellen, beispielsweise dem Straßenverkehr, zu vergleichen. Für eine zuverlässige Auslegung der Schalldämmung empfiehlt sich insbesondere bei höheren Lärmbelastungen die Durchführung einer professionellen Schallmessung oder eines schalltechnischen Gutachtens vor Ort.
Für die Beurteilung von Straßenverkehrslärm empfiehlt sich die Verwendung der Kennwerte Rw und insbesondere der Spektrum-Anpassungswerte Ctr, da diese die typischen Eigenschaften des Straßenverkehrslärms berücksichtigen. Bei der Planung sollte ein angemessener Innenraumpegel angestrebt werden. Eine vollständige Abschirmung aller Geräusche ist weder erforderlich noch in der Praxis sinnvoll, da ein gewisser Hintergrundgeräuschpegel zum subjektiven Komfort beitragen kann.
Schienenverkehrslärm weist im Vergleich zum Straßenverkehr einen höheren Anteil mittlerer und hoher Frequenzen auf. Für eine erste Abschätzung können die entsprechenden Spektrum-Anpassungswerte herangezogen werden. Für eine präzise Auslegung empfiehlt sich jedoch eine schalltechnische Untersuchung des jeweiligen Standorts.
Ja. Mit zunehmender Entfernung zur Lärmquelle nimmt der Schallpegel grundsätzlich ab. Dieser Einfluss kann bei der schalltechnischen Planung berücksichtigt werden. Darüber hinaus wirken sich die örtlichen Gegebenheiten auf die wahrgenommene Lärmbelastung aus. Umgebende Gebäude können Schall reflektieren oder abschirmen. Bei höheren Gebäuden können zudem Fassadengeometrie, Schallreflexionen und Schallausbreitung entlang von Straßenzügen die Lärmbelastung beeinflussen.
Nicht zwangsläufig. Werden zwei Glasscheiben gleicher Dicke verwendet, ist die Verbesserung der Schalldämmung häufig geringer als erwartet. Wahrgenommene Verbesserungen beruhen oftmals auf einer besseren Luftdichtheit des Fenstersystems und der Abdichtung der Anschlüsse. Isoliergläser bieten jedoch die Möglichkeit, unterschiedliche Glasdicken miteinander zu kombinieren und spezielle Schalldämmgläser wie Pilkington Optiphon™ einzusetzen. Dadurch lassen sich deutlich höhere Schalldämmleistungen erzielen. Für erhöhte Anforderungen an die Schalldämmung stehen darüber hinaus Schalldämm-Isoliergläser wie Pilkington Insulight™ Phon zur Verfügung, die eine wirksame Reduzierung der Lärmbelastung ermöglichen.
Schalldämm-Verbundsicherheitsgläser verwenden spezielle Schalldämmfolien mit optimierten akustischen Eigenschaften. Diese verändern das Schwingungsverhalten des Glases und reduzieren die Schallübertragung innerhalb des Glasaufbaus. Dadurch wird die Schalldämmleistung gegenüber herkömmlichen Verbundsicherheitsgläsern verbessert.
Die üblicherweise in Isoliergläsern verwendeten Gasfüllungen wie Luft, Argon oder Krypton haben nur einen geringen Einfluss auf die Schalldämmleistung. Für die Schalldämmung sind andere Faktoren wie Glasdicken, asymmetrische Glasaufbauten, Scheibenzwischenräume und der Einsatz von Schalldämm-Verbundsicherheitsglas deutlich wichtiger.
Bei den in der Praxis üblichen Scheibenzwischenräumen von Isoliergläsern ist der Einfluss auf die Schalldämmung begrenzt.

Größere Luftzwischenräume, beispielsweise bei Vorsatzverglasungen oder sekundären Verglasungssystemen mit Abständen von mehr als 60 mm, können die Schalldämmung jedoch deutlich verbessern.
Die Schalldämmung wird in einzelnen Frequenzbereichen bewertet. Hierzu werden sogenannte Terz- oder Oktavbänder verwendet.

Bei Terzbändern wird der Frequenzbereich in feinere Abschnitte unterteilt, während Oktavbänder größere Frequenzbereiche zusammenfassen. Beide Darstellungsformen werden verwendet, um die Schalldämmleistung einer Verglasung über unterschiedliche Frequenzen hinweg zu beschreiben.
Das hängt von der jeweiligen Nutzung des Raumes ab. In einer Bibliothek werden beispielsweise deutlich geringere Geräuschpegel erwartet als in einem Restaurant oder Bürogebäude.

Ein gewisser Hintergrundgeräuschpegel ist jedoch durchaus sinnvoll. Wird ein Raum zu stark schallgedämmt, können andere Geräuschquellen, die zuvor kaum wahrgenommen wurden, stärker in den Vordergrund treten. Daher sollte die Schalldämmung immer auf die jeweilige Nutzung des Raumes abgestimmt werden.
Grundsätzlich kann jeder mit einem geeigneten Schallpegelmessgerät Geräuschpegel erfassen. Für eine zuverlässige Bewertung und Auslegung von Schalldämmmaßnahmen empfiehlt sich jedoch die Beauftragung eines erfahrenen Akustikers oder Schallschutzgutachters. Nur eine fachgerecht durchgeführte Schallmessung liefert belastbare Ergebnisse für die Planung geeigneter Schalldämmmaßnahmen.
dB(A) bezeichnet einen bewerteten Schallpegel, bei dem die unterschiedliche Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs gegenüber verschiedenen Frequenzen berücksichtigt wird. Bestimmte Frequenzbereiche werden vom Menschen als besonders störend wahrgenommen und daher bei der Bewertung stärker gewichtet. Der dB(A)-Wert ermöglicht dadurch eine realitätsnahe Beurteilung der tatsächlichen Lärmbelastung.

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