Brandschutzglas

Zurück zum Wissensportal

Brandschutzglas

Der klassische Weg zur Erhöhung des Feuerwiderstands von Glas besteht in der Verwendung einer Drahtnetzeinlage. Dabei wird ein Drahtgeflecht zwischen zwei Glasscheiben eingelegt und der Verbund im Heißwalzverfahren hergestellt. Auf diese Weise entsteht Pilkington Pyroshield™ 2, ein Brandschutzglas, das über viele Jahre hinweg weit verbreitet war.

Mitte der 1970er-Jahre entwickelte Pilkington mit Pilkington Pyrostop® eine innovative Brandschutzverglasung ohne Drahtnetzeinlage. Sie verhindert nicht nur die Ausbreitung von Feuer, sondern hält auch die dem Brand abgewandte Seite über einen definierten Zeitraum thermisch isoliert. Grundlage hierfür ist das Prinzip der Intumeszenz – die Bildung einer wärmeundurchlässigen Barriere, die sich unter Hitzeeinwirkung im Glasverbund selbst bildet. Zwischenschichten aus Natriumsilikat (Wasserglas) setzen bereits bei Temperaturen von etwa 150 °C Wasser frei. Dadurch entsteht ein glasartiger Silikatschaum, der sowohl für Wärmestrahlung als auch für Licht undurchlässig ist.

Die ersten Pilkington Pyrostop®-Produkte bestanden aus einem mehrschichtigen Verbund aus Glasscheiben und Natriumsilikat-Zwischenschichten, der im Chargenverfahren hergestellt und in einen Stahlrahmen eingesetzt wurde. Die Anzahl der Zwischenschichten richtete sich nach der jeweils geforderten Feuerwiderstandsklasse. Für die meisten Anwendungen im Hochbau genügten drei intumeszierende Zwischenschichten. Für besonders anspruchsvolle Einsatzbereiche, etwa auf Offshore-Plattformen, Tankern oder zum Schutz wertvoller Exponate in Museen, konnten deutlich mehr Schichten eingesetzt werden. Heute ist diese Technologie so weit entwickelt, dass Pilkington Pyrostop® eine Transparenz erreicht, die nahezu der von Floatglas entspricht.

Brandschutzglas

Pilkington Pyrostop® bietet Feuerwiderstandsdauern von bis zu 120 Minuten und gewährleistet dabei sowohl den Schutz vor Wärmestrahlung als auch vor Rauch- und Flammendurchtritt. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Produkts trägt den stetig steigenden Anforderungen moderner Brandschutzvorschriften Rechnung.

Aktuelle Entwicklungen umfassen den Einsatz spezieller Polymer-Zwischenschichten, die sich unter Hitzeeinwirkung verkohlen. Die dabei entstehende aufgeschäumte Kohleschicht besitzt hervorragende brandschutztechnische Eigenschaften und haftet dauerhaft auf der Glasoberfläche. Durch Hybridaufbauten, die Natriumsilikat- und Polymer-Zwischenschichten miteinander kombinieren, können heute dünnere, leichtere und wirtschaftlichere Brandschutzgläser hergestellt werden, die unterschiedlichste Anforderungen an den baulichen Brandschutz erfüllen.

Glas im Bauwesen

Zurück zu Glas im Bauwesen
Sonnenschutzglas Wärmedämmglas Computergestützte Glasberechnung Vogelschutzglas Selbstreinigendes Glas