Selbstreinigendes Glas Technik FAQs
Trockenverglasungssysteme, bei denen die Dichtungsprofile mit Silikonöl geschmiert werden, sind mit Pilkington Activ™ nicht kompatibel. Wandern Silikonbestandteile auf die beschichtete Glasoberfläche, entstehen im Randbereich hydrophobe Zonen. Dieses als „Picture Framing“ bezeichnete Phänomen führt zu einer ungleichmäßigen Benetzung der Glasoberfläche und ist optisch unerwünscht.
Dies gilt auch für viele silikonhaltige Dichtungsprofile.
Es stehen jedoch zahlreiche mit Pilkington Activ™ kompatible Dichtungsprofile zur Verfügung, beispielsweise coextrudierte Dichtungsprofile, Trockenverglasungsdichtungen ohne Schmiermittel oder Dichtungsprofile mit alternativen Schmiermitteln wie Glycerin. Eine Übersicht der freigegebenen Produkte finden Sie im Bereich „Technische Hinweise“.
Einige EPDM-Dichtungsprofile sind silikonfrei. Eine Übersicht der von der NSG Group auf ihre Kompatibilität mit Pilkington Activ™ geprüften und freigegebenen Dichtungsprofile finden Sie im Bereich „Technische Hinweise“.
Wenn Sie ein Dichtungsprofil verwenden möchten, das nicht in dieser Übersicht enthalten ist, wenden Sie sich bitte an die NSG Group, damit dessen Kompatibilität geprüft werden kann.
Ja, Fingerabdrücke werden mit der Zeit durch die selbstreinigende Wirkung von Pilkington Activ™ entfernt. Wie lange dieser Prozess dauert, hängt jedoch von den jeweiligen Umgebungsbedingungen ab und kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Die NSG Group empfiehlt, die Glasoberfläche nach Möglichkeit nicht zu berühren, da Fingerabdrücke als Haftgrund für anorganische Verschmutzungen dienen können und dadurch stärker sichtbar werden.
Darüber hinaus sollten Verarbeiter bei der Handhabung Handschuhe tragen, um Fingerabdrücke sowie Rückstände anderer Verglasungsmaterialien – insbesondere von Silikon – zu vermeiden, da sich diese nur schwer entfernen lassen.
Nein. Bei trockenem Wetter werden organische Verschmutzungen durch die photokatalytische Beschichtung von Pilkington Activ™ zersetzt. Anorganische Verschmutzungen können jedoch erst durch Regen oder das Abspülen mit Wasser von der Glasoberfläche entfernt werden.
Die Menge an Staub und Schmutz, die sich auf Pilkington Activ™ ablagert, unterscheidet sich jedoch nicht von der auf herkömmlichem Floatglas. Dies wurde sowohl in Laborversuchen als auch unter realen Einsatzbedingungen – unter anderem in der staubigen Wüstenumgebung Arizonas – nachgewiesen.
Der Begriff „Nanotechnologie“ bezeichnet in der Regel die wissenschaftliche Untersuchung oder Anwendung von Partikeln bzw. Strukturen mit Abmessungen von weniger als 100 Nanometern. Materialien in dieser Größenordnung können Eigenschaften aufweisen, die sich von denen herkömmlicher Werkstoffe unterscheiden.
Pilkington Activ™ basiert jedoch nicht auf Titandioxid-Partikeln, sondern auf einer dünnen Schicht aus Titandioxid mit einer Dicke von etwa 15 Nanometern.
Auch wenn Pilkington Activ™ grundsätzlich unter den Begriff der Nanotechnologie fällt, lässt sich die Beschichtung fachlich treffender als eine Weiterentwicklung der Dünnschichttechnologie beschreiben.
Die Beschichtung wird während der Glasherstellung mittels eines chemischen Gasphasenabscheidungsverfahrens (Chemical Vapour Deposition, CVD) auf die heiße Glasoberfläche aufgebracht. Dabei entsteht eine dauerhaft haftende, nur wenige Nanometer dicke Funktionsschicht.
Es ist jedoch zu beachten, dass sich Silikonverunreinigungen nur sehr schwer vollständig entfernen lassen. Sollten nach der Montage Silikonrückstände auf der Verglasung vorhanden sein, empfiehlt die NSG Group, den ausführenden Fachbetrieb mit der fachgerechten Reinigung unter Verwendung geeigneter Spezialreiniger zu beauftragen.
Befindet sich die Verglasung in einer Umgebung mit besonders hoher Verschmutzungsbelastung – beispielsweise unter einem großen Baum – kann die Menge an organischem Material die Selbstreinigungswirkung übersteigen. In diesem Fall kann eine manuelle Reinigung erforderlich sein, um stärkere Ablagerungen, beispielsweise Baumharz, zu entfernen.
Pilkington Activ™ wurde auf seine Beständigkeit gegenüber Salznebel geprüft und ist für den Einsatz in Küstenregionen geeignet.
Pilkington Activ™ benötigt sowohl Tageslicht als auch Regen, um seine selbstreinigende Wirkung optimal entfalten zu können. Bei einer zu geringen Dachneigung wird die durch die Beschichtung gelöste Verschmutzung vom Regen nicht mehr so effektiv von der Glasoberfläche abgespült. Ein gleichmäßiger Wasserfilm über die Glasfläche unterstützt den Selbstreinigungseffekt.
Auch bei flach geneigten Verglasungen erzielt Pilkington Activ™ bessere Ergebnisse als herkömmliches Glas. Die NSG Group empfiehlt eine Mindestdachneigung von 10°, ideal sind jedoch Dachneigungen ab 30°.
Bei einer 4 mm dicken Scheibe Pilkington Activ™ Blue beträgt die UV-Transmission 15 %.
Soll die UV-Transmission weiter reduziert werden, empfiehlt sich der Einsatz von Pilkington Activ™ Blue als Bestandteil einer Isolierglaseinheit in Kombination mit Pilkington Optilam™.
Bitte beachten Sie, dass auch bei einer sehr geringen UV-Transmission ein Ausbleichen oder eine Schädigung von Einrichtungsgegenständen nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Ursache hierfür sind die hohe Intensität der Sonneneinstrahlung sowie die langfristige Einwirkung von Licht hinter der Verglasung.