Glas in Fahrzeugen
Pilkington und seine Partner sind die weltweit größten Glaslieferanten der Automobilindustrie. Ziel der Gruppe ist es, ihren Kunden auf der Basis ihrer hochentwickelten Verfahrenstechnologie weltweit die gesamte Bandbreite an Verglasungsmöglichkeiten bieten zu können. Jedes dritte Auto auf der Welt wurde im Jahr 2001 mit Pilkington-Glas ausgestattet.Die Glasflächen in Fahrzeugen nehmen immer weiter zu, was die Glasproduzenten vor neue technische Herausforderungen stellt:
„Intelligentes" Glas
Die Automobil-Designer erwarten, dass die Verglasung mehr als nur die Funktion eines normalen Fensters erfüllt. Sie verlangen die Integration zusätzlicher Funktionen.
Seit einigen Jahren stellt Pilkington beheizbare Windschutzscheiben mit sehr dünnen Heizfäden und Heckscheiben mit aufgedruckten Heizfäden her.
Stabantennen werden häufig mutwillig beschädigt. Die Anzahl der Antennen im Auto steigt aber weiterhin an. Das Radio benötigt möglicherweise mehr als eine Antenne für einen optimalen Empfang und weitere Antennen sind für Mobiltelefone, Fernsehen, Sicherheits-, Navigations- und Mautsysteme nötig.
Selbstverständlich möchten die Automobil-Designer kein Auto, das mit Außenantennen gespickt ist, deshalb ist es eine gute Lösung, die Antennen in die Verglasung zu integrieren. Der Einsatz von Scheibenantennen ist in Japan, dem Trendsetter für Elektronik in Fahrzeugen, bereits etabliert und nimmt in Europa, besonders in Deutschland zu. Innerhalb der Pilkington-Gruppe besteht eine hohe Fachkenntnis über die Entwicklung von Antennenscheiben mit gedruckten Leitern und Antennenscheiben mit eingebetteten Antennendrähten.
Pilkington arbeitet mit Jaguar zusammen an „Prometheus", einem großen europäischen Motorindustrie-Forschungsprojekt im Rahmen des Eureka-Programms, um zu zeigen, dass die aufgedruckten bzw. in Glas integrierten Antennen fähig sind, alle vorhersehbaren Ansprüche des Fahrers im Bereich Kommunikation und im Bereich Straßen- und Fahrzeugdaten via Head-Up-Display-Systemen zu erfüllen. Head Up Displays werden bereits seit langem in Militärflugzeugen benutzt, um Informationen in das Sichtfeld des Piloten zu projizieren. Pilkington hat diese Technologie so modifiziert, dass sie zu einem akzeptablen Preis in Autos eingesetzt werden kann. Eine Version verwendet holografische Elemente aus neuartigen Foto-Polymeren, die in die Windschutzscheibe laminiert werden.
Komplexe transparente Einheiten
Pilkington setzt sein umfassendes Know-how auf dem Gebiet der Entwicklung und der Herstellung von Verglasungen sowie von komplexen Glas-Kunststoff-Laminaten ein, um Flugzeuge in aller Welt mit hochleistungsfähigen Windschutzscheiben und Kanzeldächern auszustatten. Die Verglasungstechnologie für Flugzeuge wurde erfolgreich übertragen auf die Produktion von beheizten, gerahmten und durchbruchhemmenden Windschutzscheiben für alle Arten des Bahntransports sowie von durchschusshemmenden Fenstern für Autos und gepanzerte Fahrzeuge.
Die komplexen transparenten Einheiten werden jeweils nur aus Kunststoff oder Glas hergestellt oder aus Glas-Kunststoff-Laminaten, die, ausgestattet mit speziellen Beschichtungen, Folien und Klebstoffen, den Produkten besondere Leistungseigenschaften verleihen. Die transparenten Einheiten für Flugzeuge müssen dem Aufprall eines 2 kg schweren Vogels bei einer Geschwindigkeit von 1.100 km/h standhalten; bei einem Standardtest für Windschutzscheiben von Lokomotiven wird ein Stück Stahl oder Beton mit einer Druckluftkanone auf die Scheibe abgefeuert; die französische TGV-Lokomotive muss einer spitzen, 10 kg schweren Rakete, abgefeuert bei 300 km/h, widerstehen – bei 30.000 Joules, der höchsten Aufprallenergie für jede Windschutzscheibe im Bahnverkehr. Durchschusshemmung gegenüber panzerbrechenden Projektilen muss bei Verglasungen für Sicherheitsfahrzeuge erreicht werden. Verbundprodukte, die entsprechend ihrer Spezifikation durch Computersimulation entwickelt und konstruiert werden, absorbieren die kinetische Energie solcher Aufschläge.
Bei Hochgeschwindigkeits-Flugzeugen und -Zügen werden strenge Anforderungen an die Durchsicht der Scheiben bei jeder Wetterlage und extremen Temperaturen von –80°C bis +100°C gestellt. Die Scheiben müssen so konstruiert sein, dass Durchsicht und Komfort sichergestellt sind. Für die Heizung werden Heizfäden oder leitfähige Schichten eingebaut. Pilkingtons fortschrittliche stromleitende Beschichtungen sind Hyviz™ und E-Gold™; diese hochtransparenten Beschichtungen sorgen für das Enteisen von Windschutzscheiben, verhindern, dass sie beschlagen, und bieten Sonnenschutz usw. Aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit kommen sie auch für einige Anwendungen auf der äußeren, ungeschützten Oberfläche von Glas- oder Kunststoff-Einheiten zum Einsatz. Die abriebfeste Beschichtung von CrystalVue™ ist außerordentlich leistungsfähig hinsichtlich ihrer Oberflächenhaltbarkeit, so dass Passagier- und Cockpit-Fenster optimal geschützt sind, ebenso wie Verglasungen in Militärfahrzeugen oder Produkte im Sicherheitsbereich. Pilkington hat weiterhin Chemplex 2000™ entwickelt, ein neues, chemisch verstärktes Floatglas, mit dem noch leichtere und widerstandsfähigere Windschutzscheiben produziert werden können.
