Schutz vor der Sonne

Intensive Forschung hat dazu beigetragen, das Floatverfahren so weiter zu entwickeln, dass bereits während des Prozesses ein Basisglas hergestellt werden kann, das Sonnenschutzeigenschaften hat, die Grundlage für größeren Komfort und Wirtschaftlichkeit sind. Schon durch Zugaben in das Gemenge kann auf die Wellenlängen und auf den Anteil der Strahlung, die das fertige Produkt durchlässt oder absorbiert, Einfluss genommen werden. Kobalt, Nickel, Eisen, Zerium und Titan werden verwendet, um die Transmission von Infrarot- und UV-Wellen zu kontrollieren und verschiedene Abstufungen und unterschiedliche visuelle Effekte zu erzielen.

Beschichtungen auf Glas sind ein anderer Weg, um die Sonnenschutzeigenschaften des Glases zu verändern. In den frühen 80-er Jahren entwickelte Pilkington Offline-Beschichtungen, bei der eine Vakuum-Beschichtungstechnologie zum Einsatz kommt, die "Sputtern" genannt wird. Das zu beschichtende Material, z. B. eine Glasscheibe, wird mit Ionen aus einem Plasma bombardiert. Dabei werden Atome aus der Oberfläche des Beschichtungsmaterials herausgeschlagen. Diese Atome schlagen sich auf der Oberfläche des Substrats nieder und bilden so die Beschichtung.

Bei Mehrfachschichten werden für die höchste optische Leistung verschiedene Materialien benötigt. Mithilfe von Computersimulation können die optischen Eigenschaften von Beschichtungen, die aus sieben oder mehr Schichten bestehen, definiert werden, wobei nur wenige Versuche vor Aufnahme der Produktion nötig sind. Es ist heute möglich, hochleistungsfähige Sonnenschutzbeschichtungen auf der Basis extrem dünner metallischer Silberschichten zwischen zwei Oxidschichten herzustellen. Diese Beschichtungen kombinieren eine hohe Infrarot-Wärmereflexion mit einer hohen Lichttransmission.

In den späten 80-er Jahren haben Pilkington-Forscher eine alternative Beschichtungstechnologie entwickelt, das so genannte CVD-Verfahren; hier wird eine chemische Bedampfung verwendet, die zwar nicht die herausragende Sonnenschutzleistung der "Sputter"-Produkte im Magnetron-Bedampfungsverfahren erreicht, aber ein abriebfestes Glas hervorbringt, das leichter zu handhaben und einzubauen ist.

Die aktuelle Herausforderung für Forscher und Entwickler liegt nun in der Entwicklung von Produkten mit weiteren und verbesserten Eigenschaften, die dem Markt angeboten werden können.