Konstruktives Bauen
Kurz nachdem Floatglas auf dem Markt war, gab es bereits erste Versuche von Pilkington, rahmenlose Glasfassadenkonstruktionen zu entwickeln. So konnten Architekten auch wetterfeste Glaswände planen, deren Optik nicht durch Rahmen unterbrochen wurde. Bei dieser "Pilkington-Wand" wurden Befestigungsbeschläge für die Sicherung der Scheiben an den Ecken verwendet und außerdem Pfosten aus Glas zur Stabilisierung an den Seiten und transparente Silikon-Komponenten, so dass die Konstruktion wie eine durchgehende Glasfläche wirkt.
Seit Beginn der 70-er Jahre arbeiten Pilkington-Forscher mit den Londoner Architekten Sir Norman Foster & Partners zusammen, um die Technologie weiterzuentwickeln. Seit 1982 kommt das punktgehaltene Verglasungssystem von Pilkington Planar™ zum Einsatz, bei dem rostfreie Stahlbolzen, die durch Senklöcher geführt werden, die bis zu 4,2 m mal 2 m großen Scheiben sichern. Bis zu acht Bolzen halten eine Scheibe, die 315 kg wiegen kann, in einer Konstruktion aus Stahlrahmen, Mauerwerk oder Glaspfosten.
Das in allen Pilkington Planar™-Systemen verwendete vorgespannte Glas wird einem Heißlagerungstest (Heat-Soak-Test) unterzogen. Es kann auch Verbundsicherheitsglas verwendet werden. Die Lochbohrungen sind ein kritisches Merkmal und damit Gegenstand ständiger Prüfungen und Testreihen hinsichtlich der Belastungen, denen das Glas im Einzelfall z. B. durch Wind oder Schneelasten etc. ausgesetzt ist. Die Stärke und Integrität der Wand aus Glas hängt bei extremen Belastungen durch starke Winde oder seismische Störungen entscheidend von der optimalen Planung und dem einwandfreien Verhalten der Befestigungskonstruktionen ab.
Belastungen, die sich im Umfeld der Bohrungen in den Glaseinheiten auswirken könnten, werden genau untersucht, entweder direkt durch eine Reihe von Spannungsmessgeräten oder durch Computersimulation auf der Basis einer Finite-Elemente-Analyse. Darüber hinaus gibt es einen Konstruktionsservice für das Pilkington Planar™-System, der sogar die spezifischen Bedingungen bei Erdbeben oder Orkanen ermitteln kann.
Die Konstruktionstechnik ermöglicht Aufbauten von bis zu 18 Metern. Die verwendeten Gläser können gebogen, klar, eingefärbt oder beschichtet sein und Wärmedämm- oder Sonnenschutzfunktionen haben. In jüngerer Zeit wurde Pilkington Planarclad™ entwickelt; dadurch ist es möglich, Fenster auch in Gebäuden, die völlig mit Glas verkleidet sind, zu öffnen.
